Neulich saß ich mit einer Freundin auf dem Sofa, sie hatte sich extra die Blu-ray-Box gekauft – und nach drei Filmen aufgegeben. Nicht aus Angst. Sondern weil sie völlig verwirrt war, warum plötzlich ein Nonnen-Dämon aus Rumänien auftauchte, den sie in keinem einzigen Film davor gesehen hatte. Das Ding ist: Das Conjuring-Universum ist kein Franchise, das man einfach so durchklickt. Es ist ein Puzzle mit zehn Teilen, und wenn Sie die Reihenfolge falsch wählen, verdirbt Ihnen das ein paar der besten Schocks.
Ich hab die komplette Reihe inzwischen zweimal durchgeschaut – einmal im Kino-Release, einmal komplett chronologisch nach Handlung. Und ich sage Ihnen ehrlich: Es gibt einen richtigen Weg und einen falschen. Die Conjuring-Reihenfolge chronologisch sortiert die Filme nicht nach Kinostart, sondern nach der Zeit, in der die Geschichte spielt – und das ist für Einsteiger oft die bessere Wahl.
Wichtige Erkenntnisse
- Das Conjuring-Universum umfasst 10 Filme: vier Hauptfilme, sechs Spin-offs.
- Chronologisch beginnt die Geschichte 1952 in Rumänien (The Nun) und endet in den späten Achtzigern.
- Die Handlungssprünge sind groß: The Nun spielt 20 Jahre vor dem ersten Conjuring-Film.
- Chronologisch schauen heißt weniger Spoiler, aber mehr Erklär-Lücken in den Ursprungsfilmen.
- Conjuring 4: Das letzte Kapitel (2025) ist der offizielle Abschluss der Reihe.
Conjuring-Reihenfolge chronologisch: So sehen Sie alle Filme richtig
Bevor ich Ihnen die Liste gebe, ein wichtiger Punkt, den viele nicht kennen: Die Conjuring-Filme sind keine klassische Serie mit fortlaufender Handlung. Jeder Film ist ein eigenständiger Fall der Dämonologen Ed und Lorraine Warren, gespielt von Patrick Wilson und Vera Farmiga. Die Spin-offs erzählen die Vorgeschichten einzelner Dämonen und Objekte, die in den Hauptfilmen auftauchen.
Genau deshalb ist der chronologische Aufbau nicht trivial. Die Filme springen in der Zeit wild umher. Ein Spin-off, das nach dem dritten Hauptfilm rauskam, spielt manchmal Jahrzehnte vor dem ersten.
Die vollständige chronologische Tabelle
Hier ist die Sortierung nach der Spielzeit im Film, nicht nach dem Erscheinungsdatum. Die Jahreszahlen beziehen sich auf die Handlung, nicht auf das Produktionsjahr.
| Rang | Film | Epoche der Handlung | Kinostart |
|---|---|---|---|
| 1 | The Nun | 1952, Rumänien | 2018 |
| 2 | Annabelle 3 (Annabelle Comes Home) | 1972 | 2019 |
| 3 | The Conjuring | 1971 (Rahmen: 1968–1971) | 2013 |
| 4 | Annabelle | 1967–1968 (Rahmen: 1970) | 2014 |
| 5 | The Conjuring 2 | 1977, Enfield | 2016 |
| 6 | The Nun II | 1956 | 2023 |
| 7 | Annabelle 2 (Creation) | 1943–1967 | 2017 |
| 8 | The Conjuring 3 (Im Bann des Teufels) | 1981 | 2021 |
| 9 | Lloronas Fluch | 1970er, Los Angeles | 2019 |
| 10 | Conjuring 4: Das letzte Kapitel | Ende der 1980er | 2025 |
Ich sehe schon die Fragezeichen. Warum steht Annabelle 3 auf Platz zwei, obwohl es der dritte Annabelle-Film war? Weil die Geschichte um die Puppe in der Vitrine der Warrens 1972 spielt – also vor den Ereignissen des ersten Conjuring-Films. Und warum ist Annabelle 2 so weit hinten, obwohl er die Vorgeschichte der Puppe erzählt? Weil der Film in Rückblenden bis 1943 zurückgeht, aber den Großteil seiner Handlung 1967 zeigt.
Klingt kompliziert. Ist es auch. Kein anderes Horror-Franchise hat so viele Zeitverschiebungen zwischen den Teilen.
Warum Platz 6 bei „The Nun II" einen Stolperstein darstellt
Hier wird es knifflig, und ich muss ehrlich sein: Bei dieser Position bin ich mir selbst nie ganz sicher, ob sie die eleganteste Lösung ist. The Nun II spielt 1956, also vier Jahre nach dem ersten Nonnen-Film, aber 15 Jahre vor dem ersten Conjuring. Streng chronologisch müsste er also direkt nach The Nun stehen.
Problem: Dann schauen Sie zwei Nonnen-Filme am Stück, bevor Sie überhaupt Ed und Lorraine kennenlernen. Für mich hat sich die Reihenfolge bewährt, die ich oben aufgelistet habe, weil sie die Einführung der Warrens nicht zu weit nach hinten schiebt. Aber wenn Sie rein chronologisch bleiben wollen, schieben Sie The Nun II einfach auf Platz 2 und alles andere rückt einen nach.
Genau diese Unsicherheit ist übrigens der Grund, warum ich finde: Für den Ersteindruck ist die Erscheinungsreihenfolge fast immer die bessere Wahl. Die chronologische Sortierung ist etwas für den zweiten Durchlauf, wenn man das Universum schon kennt.
Conjuring-Reihenfolge Veröffentlichung: der klassische Weg
Wenn Sie zum ersten Mal in dieses Universum eintauchen, würde ich Ihnen dringend raten, mit dem Kinostart zu gehen. Der Grund ist simpel: Die Macher haben die Filme so geschnitten, dass sie in der Reihenfolge funktionieren, in der sie rauskamen. Figuren, die in einem früheren Teil eingeführt wurden, werden in späteren Filmen vorausgesetzt.
Die richtige Veröffentlichungsreihenfolge
- The Conjuring (2013)
- Annabelle (2014)
- The Conjuring 2 (2016)
- Annabelle 2 (2017)
- The Nun (2018)
- Annabelle 3 (2019)
- Lloronas Fluch (2019)
- The Conjuring 3 (2021)
- The Nun II (2023)
- Conjuring 4: Das letzte Kapitel (2025)
Mein Fehler beim ersten Durchlauf war, dass ich dachte, ich müsste mit dem ersten Conjuring anfangen, weil er "der erste" ist. Stimmt ja auch – im Kinostart. Aber ich hatte damals keine Ahnung, dass Annabelle eigentlich 1968 spielt und The Conjuring 1971. Ich hab mich dann gewundert, warum die Puppe in der Vitrine plötzlich so wichtig war.
Kurz gesagt: Die Veröffentlichungsreihenfolge ist dramaturgisch durchdacht. Die chronologische ist die "richtige" Geschichtsreihenfolge, aber sie ist gnadenlos, wenn Sie die Figuren noch nicht kennen.
Conjuring: Wie viele Teile gibt es wirklich?
Zehn. Kein mehr, kein weniger. Zumindest nach dem aktuellen Stand.
Vier davon sind die Hauptfilme der Conjuring-Reihe mit Ed und Lorraine Warren. Sechs sind Spin-offs, die sich jeweils einem einzelnen Dämon, einem Objekt oder einer Figur widmen. Die Spin-offs sind: drei Annabelle-Filme, zwei Nonnen-Filme und Lloronas Fluch.
Ich weiß noch, wie ich beim ersten Zählen durcheinanderkam. Man hört ständig von "der Conjuring-Reihe", aber viele meinen damit das komplette Universum inklusive Spin-offs, während andere nur die vier Hauptfilme zählen. Wenn Sie also mit jemandem über "Conjuring wie viele Teile" diskutieren – fragen Sie erst nach, ob Hauptfilme oder Gesamtuniversum gemeint sind.
Ist „Conjuring 4: Das letzte Kapitel" wirklich das Ende?
So wurde es beworben, und so wurde es 2025 auch ins Kino gebracht. Ob Warner tatsächlich die Tür für immer schließt, wage ich zu bezweifeln – das Franchise hat weltweit mehrere Milliarden eingespielt. Aber im Moment gibt es keine offiziell angekündigten weiteren Teile.
Was ich fair finde: Das letzte Kapitel spielt in den späten Achtzigern und schließt einige der offenen Fäden der Warrens. Wenn Sie chronologisch schauen, landet er also ganz am Ende – und das passt.
Chronologisch oder nach Erscheinungsdatum – ehrlich gesagt
Meine Empfehlung, die ich auch schon mehrfach Freunden gegeben habe:
- Erster Durchlauf: Veröffentlichungsreihenfolge. Die Filme sind so gebaut, dass Sie mit The Conjuring reingezogen werden, ohne Erklärungen zu brauchen.
- Zweiter Durchlauf: Chronologisch. Jetzt erkennen Sie die Querverweise, die Verbindungen zwischen Nonne, Puppe und den Warrens werden plötzlich sichtbar.
- Wenn Sie's eilig haben: Hauptfilme zuerst, dann die Spin-offs nach Interesse. The Nun und The Nun II funktionieren auch ohne Vorwissen.
Ein Detail, das kaum jemand erwähnt: Die Annabelle-Filme sind untereinander sehr unterschiedlich. Annabelle von 2014 gilt als der schwächste Teil, während Annabelle 2 und Annabelle 3 deutlich besser wegkommen. Wenn Sie chronologisch schauen, springen Sie also von einem der schwächsten Teile in einen soliden. Das ist eine typische Stolperfalle.
Welche Filme sollte man nicht verpassen?
Wenn Sie keine Zeit für alle zehn haben – und ich verstehe jeden, der nach dem dritten Film eine Pause braucht – dann sind das die drei, die ich für unverzichtbar halte:
- The Conjuring (2013): Der beste Einstieg, der die Warrens etabliert und mit der Klatschszene einen der gruseligsten Momente der Reihe liefert.
- The Conjuring 2 (2016): Für mich der stärkste Teil überhaupt. Enfield, der Crooked Man, Valak – hier passt einfach alles.
- The Nun (2018): Optisch der schönste Film der Reihe, und er erklärt die Herkunft des Dämons, der in Conjuring 2 so einen bleibenden Eindruck hinterlässt.
Und wenn Sie nur einen einzigen sehen wollen? The Conjuring 2. Aber dann fehlt Ihnen die Vorgeschichte – also fangen Sie lieber mit dem ersten an.
Was mich nach zehn Filmen immer noch überrascht: Das Universum funktioniert deshalb so gut, weil es nie ein zusammenhängendes Endziel hatte. Jeder Film erzählt einen abgeschlossenen Fall, die Verbindungen sind eher Bonus als Notwendigkeit. Wer also mit der falschen Reihenfolge startet, verdirbt sich nicht das Erlebnis – er bekommt nur eine etwas andere Geschichte zu sehen. Manchmal ist das sogar reizvoller.
Probieren Sie es aus. Und wenn Sie nach dem dritten Film das Licht anlassen wollen, sind Sie damit nicht allein.